Dienstag, 26. Juli 2011

Vancouver Island, Tage am Horne Lake



Der Entscheid, uns wieder auf die Socken zu machen um etwas wärmeres Wetter zu finden, führt zu einer ruhigen Fahrt durch endlose Wälder nach Horne Lake, das einzige Klettergebiet auf Vancouver Island. Ein lustiges Frauenteam empfängt uns auf dem Camping mit viel Gegiggel. Wir sind jetzt schon ein gut eingespieltes Dreierteam und alles läuft wie geschmiert. Gut ist, dass jeder bestimmt mal Lust hat auf Abwaschen, Kochen oder Puffen...
Unter freiem Himmel Zähne putzen, Käferli kraulen, Schlangen einen guten Tag wünschen, Kanadier beim Freizeiteln beobachten (mit dem Pickup an den See fahren Böötli ins Wasser, rumfräsen und dann Böötli wieder raus...), klettern, kochen und faulenzen: Das kriegen wir in den vier Tagen am Horne Lake gut hin.
Jetzt geht es auch nach zwei Wochen Kletterpause endlich wieder an die Felsen. Das Wetter spielt mit und wir sind alle fit und motiviert. Es geht auch nur eine halbe Stunde bis wir unsere Finger an scharfem Fels abwetzen.
Die Warnung für "Swimmers Itch" (Schwimmer Ausschlag) kommt zum Glück erst am letzten Tag und wir hoffen, dass keine Larven sich unter unsere Haut schmarotzern konnten...
Weiter gehts nach Squamish (wie oft dem guten Wetter/Nase nach).
Chief, here we come!

Mit chlorophyllen Grüssen, Martina, Matthias und Karoline

Freitag, 22. Juli 2011

Pazifikgrüsse



Wir checken die Wetterprognosen für die Bugaboos x-mal, vergleichen verschiedene Vorhersagen und müssen schlussendlich entscheiden: Die Bugabootour fällt wegen dem unstabilden, nassen Wetter ins Wasser. Wir sind enttäuscht, bringen das ausgeliehene Gear zurück und rechnen, wie viele Tage uns der gekaufte Instantfood die Laune verderben wird.
So fahren wir los Richtung Vancouver. Wir halten für zwei Tage im Okanagan Valley und geniessen "kalifornisches" Klima. Bei über 30°C baden wir im Skaha Lake, versuchen einige Klettertouren am warmen Gneis und probieren uns durch das unglaubliche Früchteangebot der Region. Das Okanagan Valley gilt wegen seinem heissen Klima als der Früchtespeicher Kanadas: hier reifen 80% aller Pfirsiche Kanadas. Zum ersten Mal hören wir auch das warnende Rasseln der Klapperschlangen und halten respektvollen Abstand zu diesen für uns ungewohnten Tierchen.
Die Ankunft unsers neuen Reisegepsäänlis Martina rückt näher. So fahren wir weiter Richtung Vancouver. Wir erreichen den Pazifik: Die Durchquerung eines ganzen Kontinents ist geschafft :-) Wir sind beeindruckt.
Martina stösst im Bären-Tshirt zu uns. Den letzten Ferienmonat werden wir zu dritt im Westen Canadas verbringen. Wir versuchen, dem konstant launischen Pazifikwetter ein Schnippchen zu schlagen und machen uns auf, Vancouver Island zu erkunden.
Der urgrüne Regenwald, Surftage am Strand in Tofino, perfekte Wellen, fischende Weisskopfadler, Grauwale, widererwarteter Sonnenschein, frische Fische auf dem Teller und die salzige Pazifikbrise hauen uns fast aus den Socken. Doch das Kribbeln in den Fingerspitzen wird uns bald in das einzige Klettergebiet von Vancouver Island, Horne Lake, führen :-)

Ein Kletterer am Cox Bay,
der Wetsuit steht im fast so gut wie der Klettergurt

Freitag, 8. Juli 2011

More and more Canmore



If you don't like the weather in the Rockys, just wait 15 minutes!
Über die Richtigkeit dieser kanadischen Wetterweisheit muss nicht diskutiert werden. Die Wolken ziehen nicht, sie flitzen und bringen schneller Regen, als unser Lidschlag reagieren kann. Doch wir sind zufrieden: Der Sommer mag Alberta und wir geniessen die langen Sonnenstunden.
Die Kanadaromantik hat uns fest im Griff: Die gezuckerten Berge, die Wälder, die riesigen Gletscher, die türkisfarbenen Seen. Eigentlich stets dasselbe Bild, wir sind jedoch noch nicht gesättigt.
Die Felsqualität des Kalksteines drückt ein wenig auf unsere Klettermotivation. Nach kurzer Orientierungslosigkeit finden wir neuen Antrieb und haben ein neues Ziel: Die Bugaboos
Wir trainieren unsere Trittfestigkeit im Schnee, leihen das fehlende Gear aus und lassen uns verschiedene Touren empfehlen. So hoffen wir, dass das Wetter stabil bleibt und wir einige Tage hoch oben auf den Gipfelzipfeln verbringen können. Leider hat der Bechterew Karolines Gelenke in Beschlag genommen. Also brauchen wir noch ein wenig Geduld...
Wir lernen in Canmore tolle Leute aus der lokalen Kletterszene kennen. Insbesondere die Begeisterung von Mr. Greg, dem Entdecker und Einrichter des Echo Canyons, und seiner Frau Irene stecken uns an. Danke für eure Gastfreundschaft und euer Engagement!